
Goldstempel und Punzen richtig lesen: Was 333, 375, 585, 750 und 999 bedeuten
Die kleine Zahl im Ring oder an der Kette verrät auf den ersten Blick, wie viel Gold tatsächlich enthalten ist – wenn man weiß, wo man suchen und wie man lesen muss. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wo Punzen sitzen, was die gängigen Zahlen bedeuten und woran Sie falsche oder irreführende Stempel erkennen.
Wo finde ich die Punze?
Bei Ringen sitzt die Punze meist auf der Innenseite der Schiene, bei Ketten und Armbändern am Verschluss oder an einem kleinen Plättchen daneben, bei Ohrringen oft am Verschlussmechanismus. Da die Prägung häufig nur einen Bruchteil eines Millimeters groß ist, lohnt sich eine Lupe oder die Kamera des Smartphones mit Zoomfunktion.
Was die Zahlen bedeuten
Die Punze gibt den Feingehalt in Tausendstel Teilen Reingold an:
| Stempel | Karat | Feingehalt |
|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % Gold |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % Gold |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % Gold |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % Gold |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % Gold (Feingold) |
Was diese Legierungen im Detail unterscheidet – etwa bei Härte, Farbe und Eignung für Alltagsschmuck – erklären wir ausführlich in unserem Artikel Goldlegierungen im Vergleich: 333, 375, 585 und 750. Während dieser Artikel die Eigenschaften der Legierungen selbst beleuchtet, geht es hier ausschließlich um das Lesen der Punze.
Zusätzliche Zeichen neben der Zahl
Neben der Feingehaltszahl finden sich häufig weitere Zeichen: ein Herstellerpunzen (oft ein Kürzel oder Symbol in einem Schild), länderspezifische Prüfzeichen (z. B. die Krone für Deutschland bei älterem Schmuck) sowie manchmal ein Jahresbuchstabe. Nicht jedes Stück trägt alle diese Zeichen, besonders ältere, umgearbeitete oder handgefertigte Stücke.
Vorsicht bei diesen Stempeln
Nicht jeder Stempel bedeutet massives Gold. Achten Sie besonders auf folgende Abkürzungen, die auf eine nur dünne Goldauflage hinweisen:
- GP (Gold Plated) – galvanisch vergoldet, sehr dünne Schicht
- GF (Gold Filled) – dickere, mechanisch aufgebrachte Goldschicht auf einem Metallkern
- Doublé – französischer Begriff für eine Goldauflage auf unedlem Kern
- 925 mit „vergoldet“ – vergoldetes Silber, kein massives Gold
Diese Stücke sind nicht wertlos, haben aber einen deutlich geringeren Materialwert als massives Gold.
Was, wenn die Punze fehlt oder unleserlich ist?
Besonders bei altem oder stark getragenem Schmuck ist die Punze manchmal abgerieben oder gar nicht vorhanden – etwa bei Zahngold oder handgefertigten Einzelstücken. In diesem Fall hilft nur eine tatsächliche Prüfung, etwa per Dichtemessung oder Röntgenfluoreszenzanalyse, um den Feingehalt sicher zu bestimmen.
Häufige Fragen zu Goldstempeln
Ist eine Punze ein sicherer Echtheitsbeweis? Nein. Punzen können fälschlich angebracht sein. Sie sind ein wichtiger erster Hinweis, ersetzen aber keine Prüfung.
Warum trägt mein Schmuck keine Punze? Vor allem ältere, sehr kleine oder handgefertigte Stücke wurden teils gar nicht oder nur schwer lesbar gestempelt.
Was bedeutet ein Stempel mit „585“ und einem Herstellerzeichen zusammen? Die Zahl gibt den Feingehalt an, das Herstellerzeichen identifiziert den Hersteller oder Juwelier – beides zusammen ist ein gutes Qualitätszeichen.




